RÜCKBLICK | Joe Swanbergs 'Kunstgeschichte' ist Less Cassavetes, More Kevin Smith

Als Joe Swanberg und andere „Mumblecore“ -Filmer vor einigen Jahren auf der Festival-Rennstrecke Wellen schlagen ließen, galten viele John Cassavetes als Vorläufer ihres scheinbar lakonischen Improvisationsstils. Swanbergs abwechselnd unbeschwerte, prüfende und naive Herangehensweise an Sexualität verleiht seiner Arbeit jedoch gelegentlich das Gefühl eines Mikrobudgets wie Kevin Smith. 'Art History' ist im Wesentlichen Swanbergs Version von 'Zach und Miri machen einen Porno' und im größeren Kontext seiner Karriere ebenso belanglos. Smith diskutierte jahrelang ungezwungen über Sex, bevor das Mittelalter „Zach und Miri“ das Material in den Vordergrund stellte. Ebenso entfernt 'Art History' praktisch alle erzählerischen Zutaten, die sich nicht so oft auf die jungen amerikanischen Körper beziehen, in den Mittelpunkt seiner Geschichten.



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Die erste Einstellung von 'Art History' zeigt ein Paar, das sich im Bett krümmt, unordentlich ein Kondom aufträgt und seine Arbeit erledigt, bis ein halb-fiktionaler Swanberg von außerhalb des Rahmens 'cut' nennt. Die Szene ist ein billiger Film, der sich auf einen One-Night-Stand konzentriert und den doofen Schlub Eric (Swanberg-Star Kent Osborne) und die erheblich jüngere Juliette (Josephine Decker) zeigt, die für das Alter Ego von Swanberg Gefühle jenseits der Kamera hegen oder auch nicht , Sam. Da die Szene - so ziemlich die einzige Szene, die wir jemals gedreht haben - Eric und Juliette auffordert, die schmutzige Tat zu vollbringen, baut sich die Spannung auf und erreicht in den letzten Minuten sozusagen ihren unangenehmen Höhepunkt.

Aber es beginnt viel früher in diese Richtung. “Art History” schließt innerhalb seiner Eröffnungsmomente die Möglichkeit aus, dass leidenschaftlicher Sex eine simulierte Handlung sein kann. 'Es fühlte sich sachlich an', sagt Juliette zu Sam über die Szene, 'aber was wir tun, ist nicht sachlich.' In der nächsten Szene befinden sich Eric und Juliette an einem intimeren Ort, als es ihre Rollen erfordern, und schaffen dasselbe Eine Situation, die über fast jeder von Swanberg inszenierten Sexszene schwebt.

Die Schauspieler beschäftigen sich weiterhin mit ihrem Verhalten, wenn die Kamera nicht mehr rollt. Unsere Fähigkeit, sie zu sehen, bedeutet jedoch, dass die Kamera überhaupt nicht mehr rollt, wodurch die clevere Meta-Wendung des Films entsteht. 'Art History' ist ein Dokument des untersuchten Problems. Klanglich erinnert es an „Silver Bullets“, das stundenlange Filmdrama, das der Regisseur ungefähr zur gleichen Zeit drehte. In beiden Fällen setzen sich der Regisseur Swanberg und der Regisseur Swanberg mit der moralischen Grauzone zwischen künstlerischer Praxis und legitimem Verlangen auseinander.

In „Art History“ geschieht dies durch eine gründliche Untersuchung der sexuellen Choreografie. Es gibt kaum einen Unterschied zwischen der Idee und dem Inhalt des Films. Swanbergs routinemäßige Untersuchung privater Bedürfnisse, die hier von Anfang bis Ende präsent ist, führt zu einer Ästhetik, die Shane Danielsen in dieser Veröffentlichung als 'hässliche Menschen beim Ficken' einprägsam bezeichnet.

Wenn diese Filme nun beabsichtigen, echte Menschen und echten Sex darzustellen, ist es notwendig, dass sie nicht so scharf auf Filmstars sind. Unabhängig davon, obgleich das erste Drittel dieser Beschreibung natürlich zur Debatte steht, definiert der Rest das zentrale Anliegen der meisten Swanberg-Filme korrekt. In wenigen Augenblicken porträtiert Swanberg die Sexualität in expressionistischen Begriffen und ist besonders geschickt darin, Körper zu umrahmen, um ihre universelle Bedeutung als Instrumente der Intimität hervorzuheben. Aber selbst wenn der Film ein bisschen Einsicht schafft, erreicht er nie eine abgerundete Struktur. Ohne spezifische Details hat es den flüchtigen Reiz eines High-Concept-Kurzfilms.

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Swanbergs bisherige Bestrebungen, 'Onkel Kent' und 'Alexander der Letzte', profitieren von der vollen Dimensionalität ihrer Protagonisten, von denen keiner Swanbergs Alter Ego ist. Er ist jedoch immer noch klar der Mann, der ihr Schicksal kontrolliert: Mit jedem Anflug von sexuellem Unbehagen oder unbewusstem Flirten ist Swanbergs konzentrierter Blick hinter der Kameralinse zu spüren, so wie er in zahlreichen Szenen in „Art History“ zu sehen ist Leistung, aber eine handliche Anleitung für alles, was vorher kam. Und der Titel macht es persönlich: Dies ist Swanbergs Kunstgeschichte, eine ständige Weiterentwicklung.

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Swanberg war produktiv genug, um präzise Erwartungen an seine Arbeit zu stellen. 'Art History', das bei den Berliner Filmfestspielen Premiere hatte und am Freitag seinen New Yorker Kinolauf erhält, erfüllt alle. Ob dies zu einem einfühlsamen oder lustlosen Porträt der Grenzen zwischen Performance und Selbstdarstellung führt, hängt weitgehend von Ihrer Vertrautheit und Ihrem Interesse an Swanbergs Output ab. In jedem Fall ist „Art History“ ein effizientes Gekritzel, das von bekannten schwanbergischen Merkmalen gefordert wird

criticWIRE-Note: B

WIE WIRD ES SPIELEN? 'Art History' wird diesen Freitag in New Yorks 'reRun Gastropub' eröffnet und wird kein ausverkauftes Geschäft abwickeln, aber seine immer noch wachsende Fangemeinde wird es mit Sicherheit auf DVD suchen, wenn sie diesen Kinostart verpassen.



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